SABER-Zertifizierung für den Export nach Saudi-Arabien

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Obwohl die neuen Regelungen zur Exportabwicklung bereits seit Januar 2020 gelten, gibt es noch zahlreiche Fragen, teils auch wegen einzelner Anpassungen, z.B. Ausnahmeregelungen.

Viele Fragen konnten bei der Veranstaltung mit der SASO und DIN Certco geklärt werden. 

Seit Januar 2020 müssen alle Exporte nach Saudi-Arabien über die SABER-Plattform vom Importeur angemeldet werden. Zumeist ist dann auch eine Zertifizierung nötig. Die Abläufe sorgen immer noch für Verwirrung, sowohl bei den saudischen Importeuren als auch bei den deutschen Exporteuren. In der Veranstaltung wurden die Abläufe von SABER erläutert. Insbesondere wurde auf die Ausnahmen (Exemption) eingegangen, für die keine Zertifizierung nötig ist.

Der SABER-Anmelde- und der Zertifizierungsprozess ist seit einer Informationsveranstaltung im Mai 2019 unverändert geblieben (siehe hier). Neu ist allerdings die Möglichkeit, dass Produkte von der Zertifizierung ausgenommen werden (Exemption). Diese muss gesondert beantragt werden. Diese Ausnahme dürfte für die meisten Maschinen- und Ersatzteilexporte gelten, wenn die Produkte von saudischen Fabriken zur Verwendung in der eigenen Produktion oder von saudischen staatlichen Institutionen importiert werden. Auch für den Import von Waren für die Forschung oder Innovation ist eine Zertifizierung der Produkte nicht nötig.

Die Ausnahme (Exemption) muss vom saudischen Importeur über die SABER-Plattform beantragt werden. Dazu müssen die Rechnung (bill) und der Frachtbrief (Bill of lading) eingereicht werden. Außerdem muss die entsprechende staatliche Lizenz des Unternehmens (Ministry of Industry License oder Ministry of Investment License) vorliegen sowie ggf. der Vertrag oder die Bestellung bzw. eine Bestätigung des wissenschaftlichen Instituts für Forschungsgüter. (Zur Exemption sieh auch hier.)

Die Ausnahmen (Exemption) werden laut SASO (Saudi Arabian Standards Organisation) innerhalb von 2 Werktagen gewährt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Falls die Ausnahme (Exemption) aber nicht gewährt wird, trägt der Versender das Risiko – auch falls die Ware bereits verschickt ist.

Problematisch kann die Zertifizierung von Ersatzteillieferungen sein. Insbesondere wenn es sich um Zukaufteile handelt, ist eine Zertifizierung oft nicht möglich. Allerdings dürften auch hier zumeist Ausnahme-Regelungen (Exemption) greifen, denn zumeist werden diese Teile vom Endverwender bestellt. Sollte dennoch eine Zertifizierung nötig sein, hat Norbert Müller von DIN CERTCO darauf hingewiesen, dass Zertifikate für Ersatzteillieferungen zumeist basierend auf der Zertifizierung der Erstlieferung erstellt werden können. Dafür ist aber sicherzustellen, dass der saudische Importeur bei der SABER-Anmeldung die richtige Zertifizierungsgesellschaft auswählt. In Deutschland sind vier Gesellschaften berechtigt die Zertifikate zu erstellen. Neben DIN Certco sind das SGS, intertek und Bureau Veritas. Es ist zu beachten, dass der Zertifizierer nicht mehr geändert werden kann, wenn er einmal in SABER festgelegt wurde.

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