Studie: Wie wird die Hermesdeckung digitaler?

Die Hermes-Deckung ist für eine Digitalisierung immer noch zu komplex. Eine BMWi Studie plädiert für eine weitere Vereinfachung, um den Zugang zu Exportkreditgarantien zu erleichtern.

Digitalisierung ist das Zauberwort für staatliche Dienstleistungen. Eine Studie des deutschen Wirtschaftsministeriums BMWi untersucht, ob das auch für die Hermesdeckung möglich ist. Ergebnis: Exportkreditgarantien sind ein Nischenprodukt mit vielen Schnittstellen, die die Automatisierung erschweren. Die Studie sieht die Chance, dass die gegründeten privaten Plattformen der Exportfinanzierung den Zugang zur Hermesdeckung erleichtern.
 

Hermes-Antrag bereits digital möglich

Während Unternehmen bei Dienstleistungen immer stärker auf digitale Plattformen und schlanke Online-Angebote stoßen, stehen die digitalen Angebote der Hermesdeckung noch am Anfang. 2018 wurde die digitale Antragstellung des Hermes-Portals „MyAga“ eingeführt, für kleine Auftragswerte gibt es darüber hinaus den Work Flow „click & cover“, das eine schnelle Bearbeitung verspricht. 

https://my.agaportal.de/de/login
https://www.agaportal.de/exportkreditgarantien/verfahren/click-and-cover
 

Ohne Beratung weiter zu komplex

Die Studie zeigt aber, dass für neue Zielgruppen trotz digitaler Anträge die Komplexität der Hermesabsicherung zu hoch ist. Die Kernnutzer der Hermesdeckung dagegen verfügen in der Regel über spezielle Teams zur Bearbeitung und haben jahrelange Erfahrung erworben. Neben der Digitalisierung empfiehlt die Studie daher weiter zusätzliche Beratung.
 

Banken haben eigene Dokumentenprüfung

Für die Plattformen wie auch für die digitale Hermes-Antragstellung ist die Zusammenarbeit mit den Banken eine Herausforderung. Die Studie weist darauf, dass zurzeit die Banken alle Daten, die sie von Plattformen erhalten haben, nochmals prüfen, da diese nicht ihren internen Ansprüchen und ihrer Handlungslogik entsprächen. Damit gibt es weiter Doppelarbeit bei der Dokumentation.
 

Exportfinanzierungs-Plattformen bieten Chance

Die Studie hat auch die sich entwickelnden Plattformen der Exportfinanzierung analysiert. Es handelt sich um eine vielfältige Landschaft von Startups mit sehr unterschiedlicher Zielrichtung. Besonders hilfreich dürften Plattformen zur erleichterten Antragstellung für Exportkreditgarantien sein. Einen direkten Zugang zum Bankangebot an Bestellerkrediten liefert derzeit die AKA mit Smatix. Darüber hinaus gibt es Angebote, die einen Wettbewerb um die günstigsten Bankkonditionen versprechen. Der VDMA wird das Angebot weiter begleiten und die Mitglieder informieren.

https://www.tr8fin.de/
https://trafinscout.com/
https://www.smatix.de/smatix/index.html
https://x-tron.tech/ (Vermittlung Bankangebote)

Komplexität reduzieren

Die Studie kommt zu bemerkenswert transparenten Ergebnissen. So sind bei den Nutzern der Hermesdeckung Großunternehmen überrepräsentiert. Gleichwohl, der Maschinenbau nutzt diese Exportförderung unter den Industriebranchen am stärksten.

Die Studie ermutigt Hermes und die beteiligten Banken und Plattformen dazu, die Komplexität zu reduzieren und Schnittstellen zu schaffen, um Firmen den Zugang zu erleichtern.

Die Studie zur Bedeutung der Digitalisierung für die Wirksamkeit der Exportkreditgarantien des Bundes finden Sie hier.