Stimmung unter VDMA-Mitgliedern in Russland besser als erwartet

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In der zweiten Oktoberhälfte hat der VDMA Russland erstmals eine Geschäftsklimaumfrage unter den russischen VDMA-Tochterunternehmen durchgeführt.

In der zweiten Oktoberhälfte hat der VDMA Russland erstmals eine Geschäftsklimaumfrage unter den russischen VDMA-Tochterunternehmen durchgeführt. Die aktuelle Stimmung war überwiegend positiv, und auch der Blick in die Zukunft war zum Zeitpunkt der Umfrage im Ganzen eher optimistisch.

Stimmungslage Lediglich 3% der befragten Unternehmen bewerten Ihre Lage negativ, 97% hingegen als zufriedenstellend oder positiv. Die Lagebewertung der russischen Tochterunternehmen fällt in Summe etwas positiver aus als im Durchschnitt in den Mutterfirmen.

Personal Nach den Ergebnissen der letzten VDMA-Corona-Umfrage unter den deutschen Mitgliedern haben 64% der Unternehmen mit der Nutzung dieses Instruments begonnen. Und 23% der in Deutschland befragten Unternehmen haben auch mit einem Abbau der Stammbelegschaft begonnen. In den russischen Tochterunternehmen rechneten Ende Oktober nur 15% mit einem Personalabbau in den nächsten 6 Monaten. Und rund jedes 4. Unternehmen plant im nächsten halben Jahr mit Neueinstellungen.    

Produktion 35% der befragten Unternehmen betreiben in Russland eine Produktion. Diese Zahl wurde erstmalig abgefragt, und das ist etwas mehr als erwartet. Kein einziges Unternehmen hat in der Umfrage die Absicht kommuniziert, seine Produktion zu schließen. Vergleichsweise viele Unternehmen planen eine Erweiterung. Ein wenig überraschend ist, dass von den Unternehmen ohne Produktion in dieser nicht ganz sorgenfreien Zeit 12 Prozent eine Investition in eine Produktionsstätte in Russland planen.

Protektionismus Die Importsubstitution in Russland klappt nicht immer und überall ganz wie von selbst, daher werden von der russischen Regierung Schritte unternommen, die immer einen wohlklingenden Namen haben, Ihrem Wesen nach aber doch protektionistischer Natur sind. Um herauszufinden, wie stark das alles die Arbeit behindert, haben wir eine entsprechende Frage in die Umfrage aufgenommen. Stark eingeschränkt vom Protektionismus fühlten sich nur 5% der Unternehmen, und 21% haben geantwortet, dass sie keinerlei protektionistische Einschränkungen bei sich bemerken (der Rest leicht bis mäßig). Protektionismus in Russland gibt es also zweifellos, aber die konkreten Auswirkungen sind noch nicht so dramatisch, dass der gesamte Maschinenbau deutlich eingeschränkt ist.      

Zukunft Wir haben auch Fragen zur Zukunft gestellt. Zum Zeitpunkt der Umfrage haben 9% eingeschätzt, dass ihre Lage in 6 Monaten schlechter sein könnte als jetzt. Andererseits sind 91% zu dem Schluss gelangt, dass in einem halben Jahr alles so wie jetzt oder besser sein könnte.

Diese Umfrage ist eine Momentaufnahme aus dem Herbst 2020. Da momentan vieles im Fluss ist, mag sich in den nächsten Monaten einiges anders gestalten. Das werden wir dann nach der nächsten Umfrage im Frühjahr 2021 etwas genauer wissen.

Die Umfrage wurde im Rahmen der VDMA "Geschäftsklimaumfrage in den BRIC-Staaten" durchgeführt. Diese erfolgt regelmäßig in Zusammenarbeit zwischen der VDMA Volkswirtschaft und den VDMA Büros in Brasilien, China, Indien und Russland. Hier finden Sie alle vier Märkte im Überblick.

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