Kasachstan in der Rezession

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Die Coronakrise hat Kasachstans sozial und wirtschaftlich hart getroffen. Hinzu kommt die Talfahrt des Rohölpreises.

Nach mehreren Lockdowns von denen die meisten Bereiche der Wirtschaft betroffen waren, wird das kasachische Bruttoinlandsprodukt stärker einbrechen das ursprünglich angenommen.

Im 1. Quartal 2020 wuchs das BIP noch um 2,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Anschließend kühlte sich die Konjunktur in Folge des Lockdowns ab. Insgesamt geht das Wirtschaftsministerium vom mehr als zwei Prozent Rückgang aus.

Mit einem umfassenden Unterstützungsprogramm hat die kasachische Regierung der Wirtschaft unter die Arme gegriffen. insgesamt werden 164 branchenspezifische Maßnahmen umgesetzt.

Zu den Branchen die sich auch in der Krise leicht positiv entwickelten gehören Bauwirtschaft, der Bergbau, das verarbeitende Gewerbe und die Landwirtschaft. Besonders deutlich schrumpften das Transportgewerbe und der Einzelhandel. 

Der IWF erwartet für 2021 mit 4,1 Prozent realem BIP-Wachstum eine Rückkehr zu dem gewohnten Tempo. Mit Blick auf den anhaltend schwachen Ölpreis kann das allerdings noch korrigiert werden. Der schwache Ölpreis ist neben den kaum abschätzbaren Auswirkungen der Coronakrise ist derzeit das Hauptrisiko.

Kasachstan ist vom Export ihrer Rohstoffe und speziell von den Erdölausfuhren stark abhängig. Die Einnahmen aus den Ölexporten machten in den vergangenen Jahren rund 60 Prozent aller erzielten Exporteinnahmen des Landes aus. Allein wegen des Ölpreisverfalls werden die Exporteinnahmen in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen.

Derzeit kalkuliert die Regierung sehr pessimistisch. Trotz der zwischenzeitlichen Erholung der Ölpreise kalkuliert sie mit einem durchschnittlichen Preis von 20 US$ im Zeitraum April bis Dezember 2020. Damit rechnet die Regierung mit nahezu einem Drittel weniger Einnahmen als ursprünglich für 2020 angenommen. Das wird sich auf den Staatshaushalt auswirken, dem die Einnahmen aus dem Ausfuhrzoll auf Rohöl wegbrechen.

Obwohl Investitionen in den Industrieaufbau weiter unterstützt werden ist die Wirtschaft zurückhaltend. Das schlägt sich auch in den Maschinenexporten von Europa nach Kasachstan nieder, die in den ersten 7 Monaten des Jahres um knapp 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen waren. Die deutschen Exporte gingen in den ersten 8 Monaten um 14,5 Prozent zurück.