Ölpreis lässt Rubel wackeln

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Der Einbruch der Ölpreise schickt den Rubel erneut auf Talfahrt.

Nachdem die Gespräche zwischen Russland und der OPEC am Freitag geplatzt sind, stürzte am 9. März der Ölpreis für die Sorte Brent um rund 30 Prozent ab. Russland hatte sich am 6. März geweigert die Fördermenge weiter zu senken. Dies hatte Saudi-Arabien gefordert, um den durch die Corona-Krise angeschlagenen Ölpreis zu stützen.

Saudi-Arabien kündigte daraufhin eine Ausweitung seiner Fördermenge an und senkte die Preise für sein Öl auf den wichtigsten Abnehmermärkten. Dies kann als Beginn eines Preiskriegs auf einem Ölmarkt verstanden werden.

Während in Russland wegen des internationalen Frauentags noch am 9. März alles geschlossen blieb, brach auch der russische Rubel auf den internationalen Börsen ein. Dem Dollar gab er zeitweise mehr als 8 Prozent nach. Auch die Aktien russischer Unternehmen stürzten ab.

Zur Eröffnung der Börsenwoche in Moskau am 10. März setzte sich der Abwärtstrend fort, allerdings konnte sich der Rubel im Verlauf des Tages leicht stabilisieren. Das Finanzministerium stoppte die Ausgabe von Rubelanleihen. Der Tag schloss mit einem Kurs von 81 Rubel für einen Euro und 71 Rubel für einen US-Dollar.

Finanzminister Anton Siluanow versicherte, die Regierung werde auch bei niedrigen Erdölpreisen die volkswirtschaftliche und finanzpolitische Stabilität des Landes wahren.
Kommt es zu keiner baldigen Einigung mit der OPEC zeichnet sich für die europäischen Maschinenlieferanten allerdings ein schwieriges Jahr auf dem russischen Markt ab.

Schon jetzt steigen die Preise auf importierte Gebrauchsgüter und Lebensmittel. Investitionsgüter werden für die russischen Einkäufer teurer und Finanzierungen werden wieder schwieriger. Zu erwarten ist eine drastische Erhöhung des Leitzinses, wenn sich die Lage nicht beruhigt.

Quelle: Vedomosti