Russland verbessert Geschäftsklima

Shutterstock

Im Doing Business Rating 2020 der Weltbank belegt Russland den 28. Platz von 190. Wann merken das die Unternehmen?

In Russland ist die Platzierung im "Ease of Doing Business Ranking" der Weltbank Chefsache. Präsident Putin hatte 2012 das Ziel ausgerufen, dass Russland bis 2018 einen Platz unter der Top 20 des Weltbank-Rankings belegen soll. 

Dieses Ziel wurde zwar nicht ganz erreicht, dennoch ist die Entwicklung Russlands im Rating eine Erfolgsstory. Aktuell liegt Russland auf Platz 28. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt das Russland noch 2011 auf Platz 120 vor sich hindümpelte.

Stellschrauben gezielt verbessert

Seitdem hat sich viel getan. Experten der Weltbank analysieren jährlich investitionsrelevante Bereiche wie Registrierung einer Baugenehmigung, Eröffnung eines neuen Geschäfts, Anschluss an Stromversorgungsnetze, Registrierung von Eigentum, Steuern oder die Möglichkeiten einer Kreditaufnahme etc.

Russland hat gezielt und mit Erfolg an einigen dieser Stellschrauben gearbeitet und enorme Verbesserungen erzielt, z.B. in Sachen Stromanschluss und Registrierung von Eigentum. Bei anderen Themen geht es nur langsam voran, z.B. Schutz von Eigentumsrechten oder grenzüberschreitender Handel.

Wo bleiben die Investitionen?

Stellt sich die Frage, warum sich diese positive Entwicklung nicht im Wachstum der russischen Wirtschaft niederschlägt. Warum wird nicht mehr investiert? 

Kritisiert wird das Weltbank-Ranking häufig, weil wichtige Faktoren, wie z.B. der Zustand der Institutionen, nicht berücksichtigt werden. Gemeint ist die Anzahl der Unternehmensinspektionen durch die verschiedenen Kontrollorgane, der intransparente Zugang zu Ausschreibungen, die wachsende Rolle des Staates in der Wirtschaft, Korruption. 

Auch werden viele Parameter wie Kreditkosten, Volatilität der Landeswährung und Steuerbelastung nicht gewertet. Vor diesem Hintergrund kann man sicherlich die Aussagekraft des Ratings insgesamt in Zweifel ziehen.

Mehr Rechtssicherheit versprochen

Um die Top 20 des Weltbank Rankings in den nächsten Jahren doch noch zu erreichen und um das Wachstum anzukurbeln hat Präsident Putin seine Regierung beauftragt, konkrete Schritte zur Verbesserung des Geschäftsklimas in Russland zu unternehmen.

Neben einer besseren Gewährleistung von Rechtssicherheit sollen auch Unternehmerrechte besser geschützt werden. Wir sind gespannt auf den Ease of Doing Business Report 2021.

Angeführt wird das Ranking 2020 von Neuseeland, gefolgt von Singapur und Hong Kong. Deutschland belegt Platz 22. Aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion liegen noch Georgien (7. Platz), Litauen (11. Platz), Estland (18. Platz) und Lettland (19. Platz) vor Russland. Insgesamt umfasst das Ranking 190 Länder.

Die Länderanalyse der Weltbank zu Russland im Rahmen des Doing Business Report finden Sie hier.