Risikoappetit der privaten Kreditversicherer groß genug?

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Dürfen künftig nur noch private Kreditversicherer für kurzfristige Zahlungsrisiken Policen anbieten, während staatliche ECA´s außen vor bleiben?

Angeblich überlegt die EU, im Bereich der kurzfristigen Exportkreditversicherung (ECA) nicht nur Industrieländer, sondern auch Schwellenländer zu marktfähigen Risiken zu erklären. Betroffen wäre die Hermes-APG (Ausfuhrpauschalgewährleisung) und auch Deckungen für das unbestätigte Akkreditivgeschäft mit Laufzeiten bis zwei Jahre. Eine Reform würde bedeuten, dass staatliche Exportkreditversicherer der EU diese Länder nicht mehr decken dürfen und Unternehmen eine private Kreditversicherung nutzen sollten.

Angeblich stehen die BRICs-Länder, Türkei, Mexiko, Pakistan und andere  zur Diskussion.– das hätte zur Folge, dass Banken und Unternehmen für fast alle Schwellenländer nicht mehr zwischen privater Kreditversicherung und Bundeshaftung wählen könnten. Die Neudefinition sogenannte marktfähiger Risiken ist eine institutionelle Regelung, die im Krisenfall nicht rückgängig gemacht werden kann.

Gerade im aktuellen Umfeld steigt das Länderrisiko, In der Vergangenheit stellte die staatliche Exportkreditversicherung, gerade nach der Finanzkrise, durch antizyklische Maßnahmen ein ausreichendes Risikopolster zur Verfügung. Dazu kommen die besseren Forfaitierungsmöglichkeiten für Bundesdeckungen.

Aktuell läuft die Diskussion wohl im Hintergrund, es gab keine offizielle Anhörung.

Unsere Frage: Welchen Absicherungsbedarf sehen Sie im Kurzfristgeschäft, muss es weiter eine staatliche ECA für offene Zahlungsziele mit Schwellenländern geben?

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