EU braucht endlich klare Regeln bei der Entsendung

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Maschinenbau fordert einheitliche Regeln für den Arbeitseinsatz im EU-Ausland

Wenn europäische Unternehmen Mitarbeiter zu Arbeitseinsätzen ins EU-Ausland entsenden, stehen sie vor einem Flickenteppich nationaler Vorschriften. Die EU-Meldepflichten erzeugen nicht nur hohe Kosten, sondern behindern auch den effizienten Handel im Binnenmarkt. Der Ärger über die teilweise absurde Bürokratie bei der Entsendung von Mitarbeitern ins europäische Ausland ist im VDMA-Mitgliederkreis groß.

Dokumente ohne Ende

Die zur Vermeidung von Sozialdumping erlassene Entsenderichtlinie wird in ihrer Anwendung durch die EU-Mitgliedstaaten kontrolliert. Hierzu wurden in vielen Ländern umfangreiche Meldeprozedere geschaffen. Gerade in Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien oder Österreich, müssen zahlreiche Dokumente vorgelegt werden – natürlich in Landessprache.

Meldepflichten behindern schnelle Reaktionszeiten

Aufgrund der stark bürokratischen Meldeprozedere kommt es zu geschäftsschädigenden Zeitverzögerungen bei Kundeneinsätzen – vor allem bei Notfalleinsätzen. Ein vertraglich zugesagter rund um die Uhr Service ist kaum möglich, da vielfach die Meldung bis 24.00 Uhr des Vortrags eingereicht werden. Somit ist eine Reise am selben Tag nicht möglich. Gerade in Grenzregionen ist dem Kunden schwer vermittelbar, dass die Reparatur nicht unverzüglich erfolgen kann.

Bürokratischer Wahnsinn

Der VDMA ist im aktiven Gespräch mit politischen Vertretern in Berlin und Brüssel, um auf die enorme Belastung für unsere Mitgliedsunternehmen hinzuweisen. Der VDMA kann im Sinne seiner Mitglieder nicht oft genug betonen, dass die gegenwärtige Situation bei der Entsendung in völligem Gegensatz zur Idee des EU-Binnenmarktes steht.

Die unterschiedliche Umsetzung der Entsenderichtlinie bürdet Unternehmen enorme bürokratische Belastungen auf. Der VDMA schätzt die Bürokratiekosten der EU-Entsenderichtlinie aktuell für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau auf mindestens 51 Mio. Euro jährlich (für 205.000 Entsendungen).

VDMA fordert Harmonisierung der Meldepflichten

Der VDMA fordert von der EU-Kommission sowie den EU-Mitgliedstaaten einheitliche Meldevorschriften und Sprachregelungen bei der Entsendung. Kurzfristige Entsendungen von weniger als zehn Tagen sollten generell ohne Meldung möglich sein. Auf verpflichtende Kontaktstellen/Ansprechpartner im Land sollte verzichtet werden und die „meldepflichtigen Tätigkeiten“ auf Monteureinsätze beschränkt werden.

Das VDMA-Positionspapier kann heruntergeladen werden auf der VDMA-Website 

arbeitseinsaetze.vdma.org