Argentinien – Investitionen auf Eis

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Wie geht es nach den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2019 weiter? Die Unsicherheit über den Wirtschaftskurs nimmt zu.

Deutsche Maschinenbauer haben bis jetzt von der handelspolitischen Öffnung profitiert. Die Peso-Schwäche macht zu schaffen.

Ein Rekordniveau von 690 Mio. Euro verzeichneten 2018 die deutsche Maschinenlieferungen nach Argentinien, getrieben von Projekten im Energiebereich. Die Maschinenimporte Argentiniens betrugen 2017 über 6,4 Mrd. Euro, Brasilien, China, USA, Deutschland und Italien sind die größten Lieferanten.

Doch nun ist mit der Aufwärtsentwicklung erst einmal Schluss, nachdem Argentinien in einer Rezession, verbunden mit Abwertungstendenzen, steckt. Besonders lähmt die Wirtschaft die Aussicht auf zwei extreme wirtschaftspolitische Wege. Kann der amtierende Präsident Macri seinen außenhandelsfreundlichen Kurs fortsetzen oder kommt es zur Rückkehr der Regierung Kirchner? Die heimische Bevölkerung leidet unter dem Kaufkraftverlust und ist von der Regierung enttäuscht.  Die Sparanstrengungen der Regierung zur Bedienung der Auslandsschulden wurden nicht durch frische Auslandsinvestitionen kompensiert.

Insbesondere die argentinische Industrie hält Aufträge zurück, zumal die Industrieproduktion weiter gesunken ist. Die Beschleunigung der Inflation hat auch die lokalen Zinsen weiter steigen lassen und die Finanzierungsengpässe verstärkt. Einige Großprojekte wurden vorerst gestoppt. Bislang profitieren deutsche Lieferungen auch von den Finanzierungsmöglichkeiten durch eine aktive Hermes-Deckungspolitik.

Derzeit profitieren die exportstarke Landwirtschaft und möglicherweise auch der Bergbau vom Wechselkurs. Auch die lokale Industrie hat Investitionspläne, die bei einem Ende der politischen Unsicherheit aufgetaut werden könnten. Zumindest einen Vorteil hat die aktuelle Peso-Schwäche: Markterkundungsreisen nach Argentinien dürften deutlich günstiger als vor drei Jahren sein.