Bergbau in Russland – stabil mit leichtem Wachstum

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Kohle- und Erzförderung bleibt in Russland ein bedeutender Wirtschaftszweig. Im Bereich Kohle gab es auch in den Jahren der Krise ein stetiges Wachstum. Das bietet Chancen für Technologielieferanten.

Mining ist und bleibt ein bedeutender Wirtschaftszweig in Russland. Die Kohleförderung ist relativ unbeschadet durch die Krise gekommen. Ab 2013 gab es, parallel zur Krise, jedes Jahr einen Zuwachs der geförderten Mengen. Waren es 2013 noch 352 Mio. t, so wurden 2018 bereits 440 Mio. t Kohle gefördert. Damit wurde der bisherige Förderrekord aus Sowjetzeiten erstmals übertroffen.

Die Kohleindustrie ist im Wesentlichen privatwirtschaftlich aufgestellt und arbeitet gewinnorientiert. Eine flächendeckende Subventionierung der Kohleförderung gibt es nicht. Über 50 Prozent der geförderten Kohle gehen in den Export, ungefähr die Hälfte davon nach Europa. Die Bedeutung der Branche lässt sich auch daran ablesen, dass mehr als 30 Prozent des gesamten Güterverkehrs der russischen Eisenbahn Kohletransporte sind.

Der größte Player ist das Unternehmen SUEK. Mit Kohleförderung und Kohlverstromung hat SUEK 2018 einen Umsatz von beeindruckenden 8,3 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn von 1,16 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet.  

Neben der Kohle werden jedes Jahr einige hundert Millionen t Gestein bewegt, um Eisen, Nickel, Kohle, Uran, Aluminium, Baustoffe und andere Metalle zu produzieren. Auch hier bieten sich den Lieferanten von Technik Chancen für Geschäfte.

Der Umfang der russischen Rohstoffvorräte und die allgemeine Marktlage lassen die Prognose zu, dass die geförderten Rohstoffmengen sich auch mittelfristig nicht plötzlich nach unten bewegen. Ein Kohleausstieg zum Beispiel ist in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion in Russland gegenwärtig nicht präsent.

Eine so breit aufgestellte Miningindustrie generiert natürlich eine entsprechend große Nachfrage nach Bergbautechnik. Und da sich an der generellen Nachfragesituation mittelfristig nichts Grundlegendes ändern wird, kann eine gewisse Fokussierung auf den russischen Markt durchaus erfolgversprechend sein.

Die Importe von reinem Mining-Equipment schwankten hier in den letzten Jahren um den Wert von einer Milliarde Euro. Während deutsche Hersteller vor 10 Jahren hier auf Platz 1 waren, wurden sie zunächst von den unseren amerikanischen Wettbewerbern auf dem Spitzenplatz abgelöst, und inzwischen hat China den höchsten Anteil an den russischen Technik-Importen für die Bergbaubranche.

Der wirtschaftspolitische Trend Importsubstitution wird auch die Miningbranche nicht unberührt lassen. Aber Instrumente zur Umsetzung, wie zum Beispiel eine flächendeckende direkte Subventionierung von „Made in Russia“ wird es vielleicht nicht geben, denn auch der russische Staatshaushalt kann nicht alle Branchen mit großzügigen Subventionen fördern und steuern. Und administrative Einkaufsrestriktionen für importierte Technik wären in der Umsetzung in der Miningbranche etwas komplex, da der Einkauf in einer privatwirtschaftlich aufgestellten Branche ja nicht direkt staatlich gesteuert werden kann.  

Trotzdem könnte die Nachfrage nach „local content“ in gelieferter Technik in den nächsten Jahren tendenziell eher steigen. Einerseits ist das eine einfache Kostenfrage. Nicht alles, aber einiges kann lokal günstiger produziert werden. Und andererseits können große Unternehmen, eingebettet in das Spanungsfeld von Wirtschaft und Politik, natürlich nicht komplett nationale Trends in der Wirtschaftspolitik ignorieren.

Fazit - der russische Markt für Mining-Equipment bleibt auch in den nächsten Jahren interessant. Im Unterschied zu anderen Ländern könnte der Bergbau-Markt auch mittelfristig mindestens in seiner heutigen Größe vorhanden sein. Diverse Ausstiege aus Förderung und Nutzung sind nicht geplant. Der Erfolg der Unternehmen hängt also im Wesentlichen vom unternehmerischen Handeln der Techniklieferanten ab.