Positive Erfahrungen mit Investoren aus China

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Rund 20 Prozent der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Europa haben Besitzer aus Drittstaaten außerhalb der EU – bei den Ländern dominieren mit weitem Abstand die US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen.

In der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des Bundestages erklärt Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft des VDMA, dazu: 

„Während speziell durch US-Investoren übernommenen Firmen häufig mit Gewalt das US-System übergestülpt wird, lassen Chinesen das Management eher in Ruhe.“

Für die chinesischen Mütter steht die positive Entwicklung des Standorts im Vordergrund. Darüber hinaus eröffnet der Einstieg einen Zugang zum chinesischen Markt, wie es in der Regel ohne lokale Unterstützung nicht möglich wäre.

„Die Technologie des Unternehmens am Standort Deutschland ist nicht bedroht“, sagt Ackermann, „denn die Übertragung kritischer Technologie ins Ausland ist nur nach einer Exportgenehmigung möglich.“ Außerdem kann zwar ein Investor „Blaupausen“ ins Ausland transferieren, aber nicht aber das jahrzehntelang erarbeitete Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beides ist für den Maschinenbau entscheidend.

Anlass der Anhörung des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages am 20. März 2019 waren Anträge der Opposition zur Attraktivität des Standort Deutschlands. Ulrich Ackermann bezog in den Fragerunden für den VDMA Stellung gegenüber den Abgeordneten aller Fraktionen zu Forderungen von FDP und Grünen.

Während sich die FDP um die Attraktivität Deutschlands für ausländische Investoren sorgt und eine Meldepflicht analog dem Wertpapierhandelsgesetz fordert (19/4216), wollen die Grünen Schlüsseltechnologien und strategische Infrastruktur schützen und fordern eine europäische Industriestrategie (19/5565). 

Ein Video der Anhörung ist im Archiv des Deutschen Bundestages hinterlegt.