Hermes offen für Auslandsanteile

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Die staatliche Hermesdeckung hat die Grenzen für Auslandsanteile 2016 angehoben. Gerade bei Großprojekten ist dies eine große Hilfe, wie die Erfahrungen zeigen. In einigen Konstellationen bleibt es kompliziert.

Die staatliche Hermesdeckung hat zum Ziel, deutsche Exporteure zu unterstützen. Ausländische Komponenten können eingeschlossen werden. Das Regelwerk dafür wurde 2016 stark vereinfacht.

Für alle Einzelmaschinen gilt: ein nichtpräferentielles Ursprungszeugnis für Deutschland bedeutet 100% deutscher Ursprung. Der Umfang der ausländischen Wertschöpfung in diesem Produkt spielt keine Rolle. In allen anderen Fällen, etwa für Anlagen und Projekte, gilt die 49% Regel: Ausländische Zulieferungen sind bis zu 49% des Auftragswertes ohne ausführliche Begründung möglich. Bei Großprojekten mit hohen Zulieferungen (49Plus) kann eine sogenannte Voranfrage gestellt werden, die in den letzten Jahren überwiegend positiv entschieden wurde.

Drei Aspekte machen den Aspekt „Auslandsanteile“ weiter kompliziert.

Bei den ausländischen Zulieferungen werden solche aus dem Bestellerland (local content) auf 23% des Auftragswertes gedeckelt. Hintergrund ist eine Vorgabe des OECD Konsensus. Hier setzt der VDMA für eine Anhebung ein.

Für manche Länder gilt die 49/49 Plus Regel nicht automatisch. Dann heißt es auf der Länderseite: „Es gilt Zurückhaltung bei der Deckung kreditierter örtlicher Kosten und ausländischer Zulieferungen“. Nachfragen bei den zuständigen Länderreferenten lohnt sich.

Der dritte Aspekt ist die Einhaltung der im Antrag angegebenen Länderanteile. Im Schadensfall reicht es nicht z.B. „EU-Ursprung“ nachzuweisen, zudem müssen die genauen Länder-Anteile eingehalten werden.

Seit dem Start von 49 PLUS im Oktober 2016 wurden vom Interministeriellen Ausschuss für Exportkreditgarantien 33 Geschäfte mit einem überwiegend ausländischen Warenanteil in Deckung genommen. Die meisten unter 49 PLUS behandelten Geschäfte enthielten einen Auslandswarenanteil von 60 bis 64 Prozent.

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