Reformstau behindert Wachstum

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Die Vorsitzende der russischen Zentralbank, Elwira Nabiullina, plädierte im November vor der Duma für Wirtschaftsreformen. "Wir müssen zu einem neuen Wachstumsmodell übergehen", forderte sie vor den Parlamentariern.

Die Geldpolitik der Zentralbank könne die internen strukturbedingten Einschränkungen der russischen Wirtschaft nicht ausgleichen. Schon in den Jahren vor 2014 ließ die Wachstumsdynamik des russischen BIPs deutliche nach. Jetzt seien erheblich externe Risiken hinzugekommen, zur Zeit sind das für Russland die Ölpreisdynamik, Handelskriege und Sanktionen.

Lobend stellte die Zentralbankchefin fest, dass die Abhängigkeit der Wirtschaft von Ölpreisschwankungen aufgrund der Währungsschwankungen und der neuen Haushaltsregel geringer geworden sind. Nach dieser Regel darf die Regierung ihren Ausgabenplänen nur noch einen Ölpreis von 40 Dollar pro Barrel zugrunde legen. 

Nabiullina warnte vor einem Kapitalabfluss aus Russland. Das Wachstumspotenzial des Landes halte sie aufgrund der externen und internen Risiken auf 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr begrenzt. Die Inflationsrisiken seien weiter hoch, deshalb beabsichtige sie ihre strenge Geldpolitik fortzusetzen.

Elwira Nabiullina leitet die Russische Zentralbank seit Juni 2013 und hat durch ihre konsequente Geldpolitik die russische Wirtschaft durch die Krisenjahre manövriert. Immer wieder gerät sie wegen ihres Umgangs mit dem Kursverfall des Rubels und ihrer Leitzinspolitik in Kritik.

Quelle: Vedomosti