Kleinstaaterei bei EU-Meldepflichten muss ein Ende haben

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Wenn europäische Unternehmen Mitarbeiter zu Arbeitseinsätzen ins EU-Ausland entsenden, stehen sie vor einem Flickenteppich nationaler Vorschriften.

Die über 90 Teilnehmer/innen des VDMA-Infotags „EU-Meldepflichten“ am 30. Oktober 2018 waren sich einig, dass die teilweise sehr weitgehenden Anforderungen bei EU-Arbeitseinsätzen nicht nur hohe Kosten erzeugen, sondern auch den effizienten Handel im Binnenmarkt behindern. Der Ärger über die teilweise absurde Bürokratie bei der Entsendung von Mitarbeitern ins europäische Ausland ist groß.

Dokumente ohne Ende

Die zur Vermeidung von Sozialdumping erlassene Entsenderichtlinie wird in ihrer Anwendung durch die EU-Mitgliedstaaten kontrolliert. Hierzu wurden in vielen Ländern umfangreiche Meldeprozedere geschaffen Gerade in Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien oder Österreich, müssen zahlreiche Dokumente vorgelegt werden – natürlich in Landessprache.

Anzahl der Kontrollen steigt

In einigen EU-Mitgliedstaaten wurden massiv aufgebaut. Viele Teilnehmer berichteten von zunehmenden Kontrollen in Frankreich. Dort sind inzwischen auch die lokalen Unternehmen haftbar, wenn sie ausländische Arbeitnehmer ohne Meldung auf ihr Werksgelände lassen. Infolgedessen berichteten Unternehmensvertreter von Mitarbeitern/innen, die ohne Meldung keinen Zutritt auf das Werksgelände des Kunden erhielten.

Meldepflichten behindern schnelle Reaktionszeiten

Aufgrund der stark bürokratischen Meldeprozedere kommt es zu geschäftsschädigenden Zeitverzögerungen bei Kundeneinsätzen – vor allem bei Notfalleinsätzen. Ein vertraglich zugesagter rund um die Uhr Service ist kaum möglich, da vielfach die Meldung bis 24.00 Uhr des Vortrags eingereicht werden. Somit ist eine Reise am selben Tag nicht möglich. Gerade in Grenzregionen ist dem Kunden schwer vermittelbar, dass die Reparatur nicht unverzüglich erfolgen kann.

Kunden zu Protest bei lokalen Regierungen aufrufen

Bei diesen Kundendiskussion ist es wichtig, dem Kunden zu erklären, dass allein die Arbeitsgesetzgebung in seinem Land für die Ausgestaltung der Meldepflichten verantwortlich ist. Es wäre sehr hilfreich, wenn auch seitens der Kunden Protestschreiben an deren zuständigen Behörden gerichtet werden, um die negativen Auswirkungen der jeweiligen Meldeprozedere aufzuzeigen.

VDMA initiiert Briefaktion an EU-Abgeordnete

Als ein Teil mehrerer VDMA-Lobbying-Maßnahmen in Brüssel wurde eine Briefaktion von VDMA-Mitgliedsunternehmen an ihre jeweiligen Abgeordneten des EU-Parlaments gestartet. Betroffene Unternehmen berichten hierbei von ihren ganz konkreten Problemen und Erfahrungen – sozusagen als authentische Stimme aus der Praxis. Haben Sie Interesse teilzunehmen? Melden Sie sich bitte!

VDMA-Website „EU-Arbeitseinsätze“

Das VDMA-Positionspapier sowie Informationsblätter zu den Meldepflichten in den jeweiligen europäischen Ländern finden Sie unter: www.vdma.org/arbeitseinsaetze

Ihr Kontakt

Yvonne Heidler
VDMA Außenwirtschaft
yvonne.heidler@vdma.org