Positive Bilanz für das erste Halbjahr 2018

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Die Maschinenexporte in die Länder der GUS wuchsen um insgesamt 10,3 Prozent. US-Sanktionen bedrohen Russland-Geschäfte.

Im ersten Halbjahr 2018 legten die Exporte von Maschinen und Anlagen aus Deutschland nach Russland um 11,7 Prozent zu. Dabei ließ die Wachstumsdynamik im 2. Quartal leicht nach. Möglicherweise ist das schon eine Folge der US-Sanktionen aus dem April 2018. Zurzeit ist Russland für die deutschen Maschinenbauer  der neuntgrößte Exportmarkt weltweit. In ähnlicher Größenordnung stiegen auch die Exporte nach Belarus (12,6 Prozent).

Einen leichten Rückgang von 5,7 Prozent verzeichnen die Exporte in die Ukraine, dem zweit größten Markt in der Region. Dies ist eine Folge der nachlassenden Investitionen in die Landwirtschaft, die in den vergangenen zwei Jahren außerordentlich hoch ausgefallen waren. Dies führt zu einem empfindlichen Rückgang der Exporte von Landtechnik, die in den vergangenen zwei Boomjahren ca. 40  Prozent der Gesamtexporte in die in die Ukraine ausmachten.

Kräftig investiert wird zurzeit in den kleinen Märkte der Kaukasusrepubliken Aserbaidschan, Armenien und Georgien. Das kleinste Land der Region, Armenien, sticht mit einem Plus von 164 Prozent hervor. Aber auch im rohstoffabhängigen Aserbaidschan zieht das Geschäft dank der hohen Ölpreise endlich wieder an (86 Prozent).

In Zentralasien glänzen Usbekistan (68,6 Prozent ) und Kasachstan (24,3). Die usbekische Wirtschaft profitiert von den Reformen des Präsidenten Mirziyoyev, die zu einem wahren Investitionsschub in die Industrie des Landes geführt haben. In Kasachstan hilft, so wie in Russland und Aserbaidschan, die Ölpreisentwicklung nach. Flaute dagegen herrscht immer noch in Turkmenistan (-58,5 Prozent). Hauptgrund hierfür sind die weggebrochenen Gasexporte nach Russland und in den Iran, sowie die niedrigen Gaspreise für die Lieferungen nach China.

US Sanktionen bedrohen Russlandgeschäft

Insgesamt bleibt die Prognose für das kaufende Jahr positiv. Allerdings hatten der VDMA zu Jahresanfang noch mit einem stabilen Wachstum der Exporte nach Russland gerechnet. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung ist dies aber fraglich. Im April hatte die US Regierung ihre Sanktionen auf einige russische Oligarchen, darunter Oleg Deripaska und Arkardi Rotenberg, und ihre Unternehmen erweitert. Diese trafen die russische Wirtschaft empfindlich. Weitere Sanktionen im Zusammenhang mit der Skripal – Affäre wurden im August in Kraft gesetzt.

Als direkte Folge dieser Maßnahmen rutschte der Rubel im April erneut ab und hat sich bis heute nicht erholt. Dies verteuert den Einkauf von Investitionsgütern im Ausland. Dem gegenüber steht allerdings ein unerwartet hoher Ölpreis, der dem Staat und der Gas und der Gas- und Erdölindustrie die Rubelkassen vollspült. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, wie sich die Exporte bis Jahresende weiter entwickeln.

Negative Auswirkungen der US Maßnahmen machen sich bei deutschen Unternehmen besonders bei den Finanzierungen bemerkbar. Immer mehr Banken scheuen mit Blick auf die USA auch vor legalen Russlandgeschäften zurück.