US-Strafzölle auf chinesische Warenlieferungen ab 6. Juli 2018

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Die finale Güterliste umfasst Maschinenbauprodukte der HS-Kapitel 84, 85 und 90. Lieferungen produzierender Tochterunternehmen deutscher Maschinenbauer sind betroffen.

Der Ankündigung folgen nun Taten: Standen die Zeichen Mitte Mai noch für Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, so werden nun trotz dem Beginn der Handelsgespräche zum Abbau des US-Handelsbilanzdefizits Strafzölle auf chinesische Warenlieferungen durch die USA erhoben. Das kündigte Präsident Trump bereits in seiner Erklärung vom 29. Mai 2018 an.

Der US Handelsbeauftragte (USTR) hat am 15. Juni 2018 die überarbeitete Güterliste veröffentlicht. Diese erfasst nach einer öffentlichen Konsultation zwei Teillisten mit insgesamt 1.102 Produkten und einem gesamten Handelsvolumen i.H.v. 50 Mrd. US$. Der ursprüngliche Vorschlag des USTR vom 3. April 2018 umfasste hingegen noch 1.133 Produkte.

Die Güterliste fokussiert sich insbesondere auf solche Industrieprodukte, die von der „Made in China 2025“-Strategie profitieren. Dazu gehören u.a. die Luftfahrtindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Robotik, Maschinen sowie der Automobilsektor.

Die erste Teilliste beinhaltet 818 Produkte mit einem Handelsvolumen 34 Mrd. US$. Auf Güter dieser Teilliste wird ab dem 6. Juli 2018 ein zusätzlicher Zoll i.H.v. 25% erhoben. Darunter fallen zum großen Teil Maschinenbauprodukte der HS-Kapitel 84, 85 und 90. Daneben sind u.a. die Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie der Schiffbau betroffen. Die Strafzölle gelten für Waren „of Chinese origin“. Nach einer Analyse durch den VDMA ist der US-Strafzoll zum Zeitpunkt der Zollabfertigung anwendbar, eine Übergangsregelung ist nicht vorgesehen. Nach der VDMA-Analyse besteht für US-Importeure auch keine Möglichkeit, eine Befreieung von den Strafzöllen zu beantragen.

Die zweite Teilliste enthält 284 Produkte mit einem Handelsvolumen von 16 Mrd. US$. Diese zweite Liste hat noch keinen finalen Charakter, sondern wird Gegenstand von weiteren öffentlichen Konsultationen sein.

Welchen Verlauf die Handelsgespräche zwischen den USA und China nun nehmen werden ist unklar. China hat die Ankündigung der US-Strafzölle mit dem Beschluss von Kompensationszöllen i.H.v. 34 Mrd. US$ beantwortet, die ihrerseits ab dem 6. Juli 2018 anwendbar sind.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des USTR zur Einführung der US-Strafzölle für chinesische Warenlieferungen.

Als Download zu diesem Artikel erhalten Sie die Güterliste 1 (25% US-Strafzoll ab 6. Juli 2018) sowie die Güterliste 2 (öffentliches Konsultationsverfahren).

 

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