US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte greifen seit 1. Juni 2018 auch für EU-Lieferungen

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Die jüngsten Unstimmigkeiten in den transatlantischen Beziehungen ließen es bereits vermuten: US Präsident Trump hat die Suspendierung der EU nicht verlängert.

Die globalen US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte gelten bereits seit dem 23. März 2018. US-Präsident Trump hatte dieses mit zwei Proklamationen am 8. März 2018 festgelegt: Für Stahlimporte gelten 25%, für Aluminiumimporte 10% jeweils bezogen auf den Produktwert. 

Die EU wurde zunächst bis zum 1. Mai 2018 ausgenommen. Eine Verlängerung der Suspendierung erfolgte bis zum 1. Juni 2018. Nunmehr greifen die US-Strafzölle auch für Lieferungen aus der EU.

Die betroffenen Produkte sind den präsidialen Proklamationen zu entnehmen (Download zu diesem Artikel, betroffene Produkte sind farblich markiert) und können auf Basis der Zolltarifnummern identifiziert werden. Die US-Zolltarifnummern können Sie hier online abrufen oder in der kostenfreien EU Market Access Database. Zur Nutzung der Database erhalten Sie ein VDMA Merkblatt als Download.

Metall in verarbeiteter Form unterliegen nicht den US-Zollerhöhungen. Maschinenbauprodukte sind daher grundsätzlich - mit Ausnahme von Rohren und Rohrformstücken - nicht betroffen. Als Gegenreaktion hat die EU bereits mögliche Ausgleichszölle auf US-Warenlieferungen bei der WTO notifiziert. Der von der EU tatsächlich gewählte Umfang der Ausgleichszölle ist aktuell nicht absehbar. 

In der EU Durchführungsverordnung 2018/724 (ebenfalls als Download abrufbar) ist ein Rahmen für ein zweistufiges Vorgehen vorgesehen:

  • Ab 20. Juni 2018 Zölle i.H.v. 25% für US-Güter im Anhang I (z. B. Fruchtsäfte, Whisky, Krafträder, Boote)
  • Ab 23. März 2021 Zölle i.H.v. 10, 25, 35 oder 50% für US-Güter im Anhang II (z. B. Lebensmittel, Batterien, KFZ für Warentransporte, Schiffe)

Insgesamt sind keine Maschinenbauprodukte betroffen. Firmen wird allerdings empfohlen, die Güterlisten im Hinblick auf die Lieferung von Vorprodukten aus den USA zu sichten.

Kontakte zur Beantwortung weiterer Fragen

Friedrich Wagner
VDMA Außenwirtschaft
Telefon +49 69 6603-1438
E-Mail friedrich.wagner@vdma.org

Gabriele Welcker-Clemens
VDMA Außenwirtschaft
Telefon +49 69 6603-1437
E-Mail gabriele.welcker-clemens@vdma.org

Simon Fleischmann
VDMA European Office
Telefon +32 2 7068207
E-Mail simon.fleischmann@vdma.org

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