Brasilien muss Finanzierung umlenken

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Die OECD rät: Brasiliens Förderbank BNDES soll sich auf Infrastrukturprojekte konzentrieren.

Laut OECD Länderbericht vom 28.02.2018 muss Brasilien seine Finanzierungsförderung umstrukturieren. Die Förderbank BNDES hat bisher ihre Kredite, versehen mit Zinssubventionen, breit gestreut. Diese Förderung, u.a. FINAME, soll bis spätestens 2022 auslaufen. Bislang war die BNDES in Brasilien praktisch alleine auf dem Gebiet der Finanzierung von mittelfristigen Laufzeiten über 3 Jahren aktiv. Es fehlten die Anreize für den brasilianischen Bankensektor, der zahlreiche öffentliche wie auch private Banken umfasst. Die Banken konzentrierten sich in den letzten Jahren auf die kurzfristige Finanzierung, nicht zuletzt, da sie mit den Konditionen der BNDES nicht mithalten konnten. In der Erwartung einer Rezession haben die Banken zudem vorgesorgt und die Kreditbedingungen verschärft. Die Unternehmensverschuldung in Brasilien ist ein kritischer Punkt. Die Zahl notleidender Kredite hat weiter zugenommen. Laut IWF übersteigen bei einem Drittel aller Unternehmen die Zinskosten die Einnahmen.

Anders sieht die Kreditklemme bei Großprojekten aus. 53% aller Infrastrukturkredite mit langen Laufzeiten wurden von der BNDES ausgegeben. Für den Nachholbedarf dürften die Mittel der BNDES nicht ausreichen. Die Politik muss private Geldgeber anziehen, wie z.B. internationale Banken, Fund und multilaterale Banken, befindet die OECD in ihrem Bericht.