Fabrikationsrisiko absichern – Fünf Dinge auf die Sie achten sollten

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Die staatliche Hermesdeckung zur Absicherung des Fabrikationsrisikos kostet gutes Geld. Damit sich die Absicherung lohnt, sollten Sie folgende fünf Tipps beachten.

  1. Passt nur auf „Tailormade“

    Im Schadensfall wird bei Hermesdeckung von der Entschädigung der Verkaufserlös abgezogen, wenn die Maschine anderweitig verkauft wurde. Die Fabrikationsrisikodeckung lohnt also bei Sonderfertigungen und hohen Zulieferungen, die nicht einfach storniert werden können.
     
  2. Alle Bestandteile des Auftragswert versichern

    Hermes berechnet die Prämie auf den Gesamtumfang der Kosten der Lieferung. Es ist nicht möglich, gut verkäufliche Einzelteile auszusondern, und nur den „Schrotthaufen“ der Sonderanfertigung abzusichern. Es lohnt sich, Zulieferungen aus Deutschland mitzusichern und damit Klarheit im Zulieferverhältnis zu schaffen. Voll fertiggestellte Komponenten werden zum Einstandspreis entschädigt, ein Fertigungsstopp von Hermes muss an die Partner durchgestellt werden. Dann werden nur den entstanden Kosten entschädigt.
     
  3. Nichteröffnung von Akkreditiven nicht immer mitversichert

    Die Fabrikationsrisikodeckung greift, wenn der Auslandskunde sich vom Vertrag lossagt, indem er die Eröffnung eines Akkreditivs verweigert. Das gilt aber nicht, wenn die Absicherung von Hermes darauf basierte, dass ein Akkreditiv eröffnet wird, da die Bonität des Kunden schwach ist. Meist wird in der Deckung expliziert das Risiko ausgeschlossen, dass das Akkreditiv nicht eröffnet wird.
     
  4. Politische Risiken und deutsches Embargo versichert

    Führen politische Umstände dazu, dass der Lieferant die fertige Ware nicht mehr versenden kann, greift die Hermesdeckung nach einer Wartezeit von 6 Monaten. (Vorsicht: hier muss der Exportvertrag hinsichtlich der Force Majeure Klausel passen.). Nur mit der staatlichen Hermesdeckung kann man sich gegen Embargomaßnahmen versichern, durch die sich plötzlich die Rechtslage in Deutschland ändert.
     
  5. Beratung durch Hermesdeckung Trumpf

    Die staatliche Fabrikationsrisikodeckung ist eine Absicherung für Spezialfälle. Damit die Deckung im Schadensfall nicht leerläuft, ist eine detaillierte Beratung durch das zuständige Team in Hamburg hilfreich. Dort will man die „Lessons Learned“ bisheriger Entschädigungsverfahren gerne weitergeben.

    Gerne vermittelt der VDMA den persönlichen Ansprechpartner bei der Euler Hermes AG.