Kolumbien zieht internationalen Wettbewerb an

Dr. Susanne Engelbach / VDMA

Rekordzahlen für internationale Aussteller auf der Andina Pack im November 2017 in Bogota zeigen, wie stark das Interesse der Maschinenbauer am Absatzmarkt Kolumbien ist.

Maschinenbauer aus Deutschland nutzen für den Markteinstieg die Tatsache, dass Kolumbien mit verschiedenen Ländern eng zusammenarbeitet und regional günstig liegt. So waren auf der Andina Pack deutsche Hersteller u.a. über ihre Tochtergesellschaften in Brasilien, Chile, Panama oder auch die USA vertreten. Mit lokalen Vertretern in Kolumbien ist man häufiger weniger zufrieden, da die Markenpflege unter dem noch geringen Absatzvolumen leidet.

Insbesondere bei den Aussichten für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen steht Kolumbien für viele Maschinenbauer an zweiter Stelle hinter Brasilien. Allerdings läuft die Wirtschaft zum Jahreswechsel 2017 / 18 schleppend. Kolumbien leitet unter dem Auf und Ab der Rohölpreise und hat daher Anfang 2017 die Mehrwertsteuer erhöht. Die Wirtschaftslage Kolumbiens soll sich laut GTAI zum Jahreswechsel 2017 dank niedrigerer Zinsen, einem weiterhin starken Agrarsektor und Investitionen in die Infrastruktur etwas erholen. Das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut Fedesarrollo erwartet ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent 2017 und für die Jahre 2018 bis 2021 ein durchschnittliches Wachstum von 3,6 Prozent jährlich. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Investoren Aufträge für Großanlagen bis nach den Präsidentschaftswahlen im Mai 2018 zurückstellen. Das große Thema ist die innenpolitische Bewältigung des Friedensprozesses.

Die deutschen Maschinenlieferungen nach Kolumbien haben sich zwischen 2012 und 2016 rückläufig entwickelt (von 355 Mio. Euro auf 230 Mo. Euro jährlich). Ein Anstieg der deutschen Maschinenexporte nach Kolumbien von 18% in den ersten drei Quartalen 2017 ist aber ein Hoffnungszeichen.